Großübung im S1-Tunnel Vösendorf
In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai fand eine großangelegte Einsatzübung im S1-Tunnel Vösendorf statt. Die Übungsannahme war ein LKW-Brand in Fahrtrichtung A21. Im Rückstau kam es dabei zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei PKWs und einem Regionalbus. An dem komplexen Szenario waren Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und ASFiNAG beteiligt; der Tunnel war für mehrere Stunden gesperrt.
Ziel war es, das gemeinsame Vorgehen bei einem großen Brandereignis zu trainieren, da sich die Einsatztaktiken in einem Tunnel stark von denen im Freiland unterscheiden. In einem solchen Szenario hat die Brandbekämpfung Vorrang, bevor mit der Rettung der eingeschlossenen Personen begonnen werden kann. Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, nahmen zahlreiche Statisten teil, die teilweise mit Verletzungen geschminkt waren.
Nachdem alle Vorbereitungen getroffen und das Szenario vorbereitet war, verteilten sich die Statisten in und um die Unfallfahrzeuge. Der Start erfolgte durch eine Einsatzalarmierung. Die Freiwillige Feuerwehr Vösendorf rückte mit mehreren Fahrzeugen aus und nahm nach der Erkundung unter Atemschutz einen Löschangriff mit zwei Leitungen vor. Parallel traf die Freiwillige Feuerwehr Brunn am Gebirge in der Nebenröhre des Tunnels ein und startete mit mehreren Trupps die Menschenrettung. Die Personen wurden durch die Fluchttüren in die rauchfreie Tunnelröhre (auch „saubere Röhre” genannt) verbracht und dort vom Rettungsdienst versorgt.
Eine besondere Herausforderung stellte der schwere Auffahrunfall mit mehreren eingeklemmten Personen dar. Bis zum Abschluss der Löscharbeiten und dem Abzug des Brandrauchs erfolgte die technische Menschenrettung mit dem hydraulischen Rettungsgerät unter Atemschutz. Sobald der Bereich rauchfrei war, konnten die weiteren Arbeiten ohne die schweren Atemschutzgeräte erfolgen. Die zwischenzeitlich eingetroffene Freiwillige Feuerwehr Hennersdorf löste die mittlerweile erschöpften Kräfte ab.
Nach und nach konnten die schwer eingeklemmten Insassen befreit werden. Die Feuerwehr unterstützte anschließend bei der medizinischen Versorgung. Die Koordination des Rettungsdienstes erfolgte durch den Bezirkseinsatzleiter des Roten Kreuzes. Es wurde eine Triage eingerichtet, und Patienten wurden entsprechend der Lebensbedrohlichkeit ihrer Verletzungen versorgt.
Nach einer Nachbesprechung und den Aufräumarbeiten konnte die mehrstündige Übung beendet werden. Eine solch große Übung findet gemäß dem Straßentunnel-Sicherheitsgesetz alle vier Jahre statt und erfreut sich großem Interesse bei den Übungsbeobachtern der teilnehmenden Organisationen sowie externen Gästen. Auch der Abschnittsfeuerwehrkommandant BR Christian Fröhlich und der stellvertretende Bezirksfeuerwehrkommandant BR Christian Giwiser machten sich persönlich ein Bild vor Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Vösendorf bedankt sich bei allen Organisationen sowie bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit!
Fotocredit: Pressestelle Feuerwehr Vösendorf





















